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Behandlungsspektrum

Endoskopie - Betäubung

Die Untersuchungen in der Endoskopie können auf Wunsch mit Beruhigungsspritze oder Kurznarkose erfolgen, durch die Sie die Untersuchung nur eingeschränkt miterleben bzw. dabei schlafen. Falls Sie sich dafür entscheiden, klären wir Sie im Voraus dazu gesondert auf und berücksichtigen Ihre persönliche gesundheitliche Situation.

Zur Betäubung verwenden wir Midazolam oder Propofol. Da beide Medikamente Einfluss auf das Herzkreislaufsystem haben, werden während der Untersuchung kontinuierlich wichtige Werte wie Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung überwacht.

Die Betäubung wirkt nur kurz, also sind Sie am Ende der Untersuchung wieder bei vollem Bewusstsein. Da die Medikamente nachwirken können, bleiben Sie zu Ihrer Sicherheit für weitere 2 Stunden zur Beobachtung in unserem Aufwachraum.

Bitte lassen Sie sich von einer Begleitperson abholen und nach Hause bringen.

Endoskopie - Magenspiegelung

Als Routineverfahren ermöglicht die Magenspiegelung über ein flexibles Untersuchungsgerät (Endoskop), das an der Spitze mit einer Optik versehen ist, die Einsicht und Beurteilung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölfingerdarms. Über Kanäle im Untersuchungsgerät können mit einer kleinen Zange schmerzfrei Gewebeproben entnommen oder Instrumente zur Therapie eingeführt werden. Somit steht mit der Magenspiegelung ein schonendes Untersuchungsverfahren zur Verfügung, das auch bei akuten Beschwerden eine schnelle und sichere Diagnostik und Behandlungshilfe erlaubt.

Zu den Haupteinsatzgebieten zählt die Abklärung von Blutungen, Oberbauchschmerzen und Sodbrennen, die Ausdruck einer Entzündung in Magen oder Speiseröhre sein können. Neben Medikamenten ist das Bakterium Helicobacter pylori Auslöser von Magenschleimhautentzündungen oder Geschwüren. Durch Gewebeentnahmen und Schnelltests kann das Bakterium identifiziert und rasch eine Therapie eingeleitet werden. Besteht eine dauerhafte unzureichende Nahrungsaufnahme kann mit Hilfe der Magenspiegelung eine Ernährungssonde angelegt werden.

Untersuchungsablauf

Vor der Untersuchung informieren wir Sie ausführlich über den genauen Ablauf und mögliche Komplikationen. 

Vor der Magenspiegelung müssen Sie 8 Stunden nüchtern sein. 

Damit die Untersuchung für Sie weniger unangenehm ist, können Sie auf Wunsch eine Beruhigungsspritze erhalten. Um das Schlucken des Geräts zu erleichtern, wird zuvor der Rachen mit einem Spray betäubt. Das Untersuchungsgerät wird dann in Linksseitenlage behutsam eingeführt und über die Speiseröhre in den Magen bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. Unter Einbringen von Luft kann sich die Schleimhaut entfalten und in allen Abschnitten über einen Monitor in Vergrößerung genau beurteilt werden.

Endoskopie - Dickdarmspiegelung

Die Dickdarmspiegelung spielt eine wichtige Rolle bei der Früherkennung von Dickdarmkrebs und wird ab dem 55. Lebensjahr empfohlen. Über die Krebsvosoge hinaus bietet die Koloskopie ein unverzichtbares diagnostisches Werkzeug zur Abklärung und Nachsorge zahlreicher akuter und chronischer Darmerkrankungen. 

Bei der Dickdarmspieglelung werden mit einem flexiblen Schlauch (Koloskop) der Dickdarm (Kolon) und die letzten Zentimeter des Dünndarms untersucht. Über einen am Untersuchungsgerät integrierten Videochip werden die Bilder auf einen Monitor übertragen. Bei besonderen Fragestellungen und auffälligen Schleimhautveränderungen ist es möglich, gezielt Gewebeproben mit einer kleinen Zange schmerzfrei zu entnehmen und untersuchen zu lassen. Auch Polypen (Schleimhautausstülpungen ins Darminnere) können bei der Untersuchung mit der Biopsiezange oder einer Schlinge abgetragen werden. Dies ist wichtig, da sich nach Jahren aus einem harmlosen Polypen Dickdarmkrebs entwickeln kann.

Zur Behandlung von Gefäßmissbildungen, die Ursache einer Darmblutung sein können, steht ein thermisches Verfahren zur Verfügung, mit dem die Gefäßmissbildungen verödet werden können.

Vorbereitung

Es ist eine optimale Darmreinigung zur bestmöglichen Beurteilung der Schleimhaut notwendig. Für einen sauberen Darm dürfen eine Woche vor der Untersuchung keine körnerhaltigen Nahrungsmittel oder kernhaltigen Früchte verzehrt werden, da diese schwer verdaulich sind. Gleichzeitig ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. 

Vor der Untersuchung muss eine spezielle Spüllösung getrunken werden, die wir Ihnen beim Aufklärungsgespräch, das spätestens eine Woche vor dem Untersuchungstermin stattfindet, geben. Wir informieren Sie ausführlich über den genauen Ablauf und mögliche Risiken.

Falls Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen (z.B. ASS, Clopidogrel, Marcumar) geben Sie uns bitte rechtzeitig Bescheid. Gegebenenfalls muss die Einnahme einige Tage vor der Untersuchung wegen eines erhöhten Blutungsrisikos pausiert werden. 

Untersuchungsablauf

Für eine angenehmere Untersuchung ist die Gabe einer Beruhigungs- oder Schlafspritze möglich. 

Zu Beginn der Untersuchung liegt der Patient meist auf der linken Seite. Das Gerät wird vorsichtig über den After eingeführt. Die Inspektion der Schleimhaut, Gewebeentnahmen und therapeutische Eingriffe erfolgen beim Zurückziehen des Geräts. Während der Untersuchung wird Luft eingeblasen, damit die Schleimhaut zwischen den Falten sorgfältig beurteilt werden kann. Die Koloskopie dauert in der Regel zwischen 15 und 45 Minuten.

Endoskopie - ERCP

Die Endoskopische Retrograde Cholangio-Pankreatikographie (ERCP) ist ein kombiniertes Verfahren aus Magenspiegelung und Röntgendurchleuchtung zur digitalen Darstellung der Gallenwege.

Ist der Galleabfluss in den Darm behindert, entsteht ein Rückstau der Galle, der bis in die Bauchspeicheldrüse und die Leber reichen kann. Durch aufsteigende Darmbakterien droht eine Infektion der Gallenwege, die sich über die Blutbahn schnell im Körper ausbreiten kann. Daher ist eine rasche Beseitigung der Störung notwendig. Mit der ERCP können wir Erkrankungen der Gallenwege diagnostizieren und behandeln. 

Hauptgallengang und Bauchspeicheldrüse münden gemeinsam über eine muskuläre Erhebung (Papille) in den Zwölffingerdarm. Diese Öffnung kann mit einem speziellen Endoskop erreicht und über einen dünnen Schlauch (Katheter) Kontrastmittel in die Gallenwege gespritzt werden. Unter Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen werden die Gallenwege auf einem Monitor abgebildet. Über das Endoskop können dann für therapeutische Eingriffe verschiedene Instrumente eingeführt werden.

Gallensteine stellen sich in der ERCP als Kontrastmittelaussparungen dar. Zur Steinentfernung werden kleine Metallkörbchen verwendet, die sich im Gallengang entfalten und den Stein in sich einschließen. Damit ein guter Galleabfluss gewährleistet ist, wird häufig ein Erweiterungsschnitt an der Papille durchgeführt. Sehr große Steine müssen häufig mechanische zertrümmert werden.

Auch vorrübergehende oder dauerhafte Verengungen der Gallenwege können per ERCP durch das Einlegen von Röhrchen (Stents) oder Drainagen überbrückt und damit der Galleabfluss wiederhergestellt werden.

Untersuchungsablauf

Im Vorfeld machen wir Sie mit dem Untersuchungsablauf vertraut und klären Sie über mögliche Risiken auf.

In der Regel erfolgt die ERCP unter Verwendung einer Kurznarkose an einem speziell dafür ausgestatteten Röntgenarbeitsplatz. 

In Bauch- oder Linksseitenlage wird das Untersuchungsgerät (Endoskop) vorsichtig über die Speiseröhre und den Magen in den Zwölffingerdarm bis zur Papille vorgeschoben. Darüber wird mit einem Schlauch (Katheter) Kontrastmittel unter gleichzeitiger Durchleuchtung in die Gallenwege gespritzt und diese digital auf einem Monitor dargestellt.

Endoskopie - Endoskopischer Utraschall

Beim endoskopischen Ultraschall entstehen die Bilder nicht wie beim herkömmlichen Ultraschall über die äußere Haut, sondern unmittelbar über Schleimhautoberflächen im Inneren des Körpers. Über eine kleine Ultraschallsonde, die am Ende eines flexiblen Untersuchungsgeräts (Endoskop) angebracht ist, können am häufigsten per Magenspiegelung Organe des oberen Verdauungstrakts präziser untersucht werden.

Mit einer Punktionsnadel ist die gezielte Entnahme von Gewebeproben an von außen sonst nicht zu erreichenden Stellen möglich. Das ist besonders bei der Diagnostik unklarer Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse vorteilhaft.

Vor dem endosonographischen Ultraschall müssen sie 12 Stunden nüchtern sein. Im Vorfeld klären wir Sie ausführlich über den genauen Untersuchungsablauf und die Risiken auf.

Die Untersuchung erfolg mit einer Beruhigungsspritze oder in Kurznarkose.

Endoskopie - Ballonenteroskopie

Die Ballonenteroskopie ist ein unverzichtbares, endoskopisches Untersuchungsverfahren, mit dem diagnostische und therapeutische Interventionen am Dünndarm vorgenommen werden können.

Das Untersuchungsgerät (Enteroskop) wird über den Mund oder den After so weit wie möglich in den Dünndarm vorgeschoben. Bei unüberwindbaren Dünndarmabwinklungen wird ein Übertubus - ein Schlauch, der über das Enteroskop gestülpt ist - bis zur Gerätespitze vorgeschoben und durch einen aufblasbaren Ballon am Dünndarm fixiert. Das Enteroskop lässt sich dann weiter in den Dünndarm vorschieben. Dadurch wird der Dünndarm Stück für Stück "aufgefädelt" und kann vollständig eingesehen werden.

Die Ballonenteroskopie findet bei der Diagnostik und Behandlung von Dünndarmblutungen sowie bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ihren Einsatz. Sie ermöglicht die Entnahme von Gewebeproben, die Abtragung von Polypen und die Aufdehnung von Verengungen (Stenosen) im Dünndarm. In Abhängigkeit des Zugangswegs ist eine Vorbereitung wie bei der Magenspiegelung bzw. wie bei der Darmspiegelung notwendig. Die Untersuchung erfolgt in einer Kurznarkose. 

Endoskopie - Kapselendoskopie

Während mit der konventionellen Endoskopie nur der Beginn und das letzte Ende des Dünndarms erreicht werden können, ermöglicht die Kapselendoskopie Einsicht in alle Dünndarmabschnitte. Zu den speziellen Indikationen der Kapselendoskopie zählen:

  • unklare Blutungen im Dünndarm
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Eine winzige Digitalkamera, die in eine ca. 2 x 1 Zentimeter große plastiküberzogene Kapsel (PillCam) integriert ist, wird wie eine Tablette geschluckt und nimmt den natürlichen Weg des Verdauungstraks. Währenddessen fotografiert die Kamera kontinuierlich die Darmschleimhaut und sendet die Bilder über Sensoren per Funk an ein am Patienten befestigtes transportables Speichergeraät (Data Recorder). Nach ca. 8 Stunden ist die Untersuchung beendet. Die gespeicherten Bilder werden anschließend mit einem speziellen Softwareprogramm vom Arzt ausgewertet.

Vorbereitung und Durchführung:

Es ist eine gründliche Darmreinigung mit einer Spüllösung notwendig. Von dieser müssen am Tag vor der Untersuchung 2 Liter und am Tag der Untersuchung 1 weiterer Liter getrunken werden. Außerdem wird am Untersuchungstag vor dem Schlucken der Kapsel eine Sonographie durchgeführt, um Darmverengungen auszuschließen, die zu einem möglichen Steckenbleiben der Kapsel führen können. Für die Datenübertragung werden Sensoren mit Klebekissen auf dem Bauch befestigt und mit dem Speicherrecorder verbunden. Dieser wird mit einem Gurt am Körper getragen. Anschließend wird die Kapsel geschluckt. Nach 2 Stunden dürfen Sie wieder etwas trinken und nach 4 Stunden einen kleinen Imbiss zu sich nehmen. Während der Untersuchung können Sie sich frei bewegen. Anstrengende körperliche Aktivitäten sollten jedoch vermieden werden, damit der Recorder nicht beschädigt wird. Die Kapsel wird mit dem Stuhlgang innerhalb der nächsten Tage ausgeschieden.

Onkologie

Der Verdacht oder die Diagnose einer Krebserkrankung stellen einen tiefen Einschnitt in fast alle Bereiche des persönlichen Lebens eines Patienten dar. Wir wissen um diese belastende Situation und lassen sie in alle unsere Überlegungen zur Diagnostik und Therapie einfließen.

Die Darmspiegelung ist eine zuverlässige Vorsorgeuntersuchung gegen Dickdarmkrebs. Sie kann als alleinige Vorsorgeuntersuchung oder zur weiteren Abklärung eines positiven Stuhltestes (iFOBT) immunologischer Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl durchgeführt werden.

Tumore am Dickdarm, an der Speiseröhre und am Magen gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen. Unspezifische Beschwerden oder eine Blutarmut sind häufig Anlass zu einer Darm- oder Magenspiegelung, bei der die Diagnose gestellt werden kann.

Tumore der Bauchspeicheldrüse sind ebenfalls vergleichsweise häufig und bereiten meist unspezifische Symptome oder führen zu einer Gelbsucht mit Gelbverfärbung der Augen und dunklem Urin. Die Diagnose kann anhand einer Ultraschalluntersuchung einer Computertomographie oder einer endoskopischen Ultraschalluntersuchung gestellt werden.

Bösartige Tumore an der Leber, der Gallenblase und dem Gallengang sind seltener als die anderen Tumorerkrankungen am Magen-Darm-Trakt. Sie treten entweder in einer vorgeschädigten Leber (Leberzirrhose) auf oder machen sich mit Bauchschmerzen oder einer Gelbsucht bemerkbar. Auch hier wird die Diagnose kann anhand einer Ultraschalluntersuchung, einer Computertomographie oder einer endoskopischen Ultraschalluntersuchung gestellt.

Um die Behandlungsmöglichkeiten für eine der genannten Krebserkrankungen zu klären, bedarf es einer raschen Ausbreitungsdiagnostik. Außerdem müssen mögliche Begleiterkrankungen erfasst und bewertet werden, z.B. Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Herzkrangefäßerkrankung, Lungenemphysem.

In unserem zertifizierten Viszeralonkologischen Zentrum erfolgen Diagnostik und Therapie auf der Basis der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Empfehlungen. Die Abläufe sind standardisiert und aufeinander abgestimmt, um die Belastung des Pateinten so gering wie möglich zu halten und besten Informationsaustausch sicherzustellen.

Eine psychoonkologische Betreuung und der Sozialdienst stehen jederzeit zur Verfügung.

Besonderen Wert legen wir auf die Einschätzung des Ernährungsstatus und ggf. eine gezielte Ernährungsberatung.

Alle neu diagnostizierten Tumorerkrankungen werden im wöchentlichen Tumorboard mit den Kollegen der Radiologie, Chirurgie, Strahlentherapie und Hämato-Onkologie besprochen und es wird ein Behandlungsplan festgelegt. Die Behandlungsprinzipien der Tumortherapie unterliegen einem raschen Wandel und in vielen Fällen kommen unterschiedlichen Verfahren (Chirurgie, Strahlentherapie, endoskopische Therapie, Chemotherapie) zur Anwendung.

Neben der Diagnostik übernimmt unsere Abteilung die endoskopische Therapie mit sogenannten Stents und Prothesen (Metall bzw. Plastikröhrchen), die Speiseröhre, Magen, Darm und Gallengänge offenhalten können, wenn ein Tumor bedingter Verschluss besteht oder droht. Das ist bei Tumoren der Bauchspeicheldrüse oder des Gallenganges oft bei der Diagnosestellung notwendig, um eine Gallenvereiterung abzuwenden und weitere Behandlungsmaßnahmen möglich zu machen.

Die Verlaufskontrolle spielt bei der Behandlung einer Tumorerkrankungen eine besondere Rolle. Entscheidend sind dabei Detailinformationen über den Tumor selbst (Art des Tumors, Ausbreitung) sowie über die bisher durchgeführte Therapie (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie, Kombination der genannten Verfahren).

Der Verdacht auf eine Tumorerkrankung und Verlaufskontrollen, die mehrere Untersuchungen beinhalten, können gut über unsere Tagesklinik durchgeführt werden.

Neuroendokrine Tumore (NET) sind eine besondere Art von Tumorerkrankungen, die am ganzen Magen-Darm-Trakt und an der Bauchspeicheldrüse auftreten können, am häufigsten jedoch am Dünndarm. Der Verlauf und die Behandlung dieser Erkrankungen unterscheidet sich deutlich von den übrigen Tumorerkrankungen. Daher haben wir hierfür ein eigenes NET-Zentrum gegründet.

Lebererkrankungen und Lebertransplantation

Unsere Abteilung deckt das gesamte Spektrum der Diagnostik und Therapie von Lebererkrankungen ab. Einen Schwerpunkt unserer Arbeit bildet die Versorgung von Patienten mit Leberzirhose und deren Komplikationen sowie die Therapie des Leberversagens. Dabei führen wir auch die Evaluation, die Vorbereitung und Nachbetreuung bei Lebertransplantation durch. Zur Betreuung kritisch kranker Patienten bietet unsere Station Betten mit zentraler Überwachung an.

Unser klinischer Schwerpunkt umfasst die folgenden Bereiche:

  • Leberzirrhose und deren Komplikationen
  • Evaluation zur Lebetransplantation, Vorbereitung und Nachbetreuung bei Lebetransplantation
  • Diagnostik und Therapie von gut- und bösartigen Tumoren der Leber und der Gallenwege
  • Diagnostik und Therapie bei Entzündungen der Leber und der Gallenwege
  • in enger Kooperation mit der Radiologie Betreuung von Patienten mit transjugulärem portosystemischem Shunt (TIPS)
  • Diagnostik und Therapie von Autoimmunerkrankungen der Leber
  • Betreuung von Patienten mit angeborenen Erkrankungen der Leber
  • Diagnostik von unklaren Lebererkrankungen

Kurzdarmsyndrom und Darmversagen

Beim Kurzdarmsyndrom besteht durch Fehlen von Darmanteilen eine ungenügende Resorption von Nahrungsbestandteilen und damit eine ungenügende Versorgung des Körpers mit Nährstoffen, Flüssigkeit und Vitaminen.

Ursachen und Verlauf:

Operationen, bei denen Teile des Dünndarms- und ggf. auch des Dickdarms entfernt werden, können die Funktionsfähigkeit des Darms so stark einschränken, dass Energieträger (Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette), Wasser und Salze (Elektrolyte) sowie bestimmte Vitamine nicht ausreichend aufgenommen werden. Das äußert sich in Durchfall, Gewichtsabnahme und Flüssigkeitsverlust.

Nach einer Darmresektion versucht der Körper durch Anpassung der Darmfunktion, die fehlende Funktion auszugleichen (Adaption). Diese Adaptationsphase kann mehrere Jahre dauern. Je nach Ausmaß des Eingriffs und in Abhängigkeit davon, ob der Dickdarm vorhanden und funktionstüchtig ist oder durch einen künstlichen Darmausgang (Stoma) ausgeschaltet wurde, kann in dieser Zeit eine spezielle Ernährung notwendig sein. Gelegentlich ist die Zufuhr von Flüssigkeit, Mineralien, Energieträgern und Vitaminen über einen Venenzugang als künstliche (Zusatz)ernährung erforderlich. Manche Patienten brauchen eine langfristige künstliche (Zusatz)ernährung.

Künstliche Ernährung als Organersatzverfahren

Die künstliche Ernährung beim Kurzdarmsyndrom mit Darmversagen entspricht einem Organersatzverfahren – vergleichbar mit der Blutwäsche (Dialyse) beim Ausfall der Nieren. Entsprechend hohe Ansprüche sind an die Erfahrung, Qualität und Sicherheit in der Behandlung dieser seltenen Erkrankung zu stellen. Wir verstehen uns als Zentrum in der Versorgung von Patienten mit einem Darmversagen, welches der künstlichen Ernährung bedarf. Unsere Prozesse sind im Sinne eines Qualitätsmanagement als standard operating procedures (SOP) hinterlegt und unsere Mitarbeiter entsprechend geschult. Als Kurzdarmzentrum sind wir Teil des Zentrums für Seltene Erkrankungen der Universitätsmedizin Rostock und erfüllen dabei die Kriterien, die an ein NAMSE-B-Zentrum gestellt werden.

Unser Vorgehen

Wir verschaffen uns zunächst einen Überblick über die individuelle Situation des Patienten. Erst dann erweitern wir die Diagnostik. Dabei stehen uns zahlreiche Mittel und Tests zur Verfügung:

  • Bluttests, die spezifische Mangelzustände an Vitaminen und Mineralien erfassen
  • Stuhl- und Urinuntersuchungen, anhand derer das Ausmaß von Flüssigkeits-, Mineral- und Fettverlusten erfasst werden kann
  • Bluttests, die einen Anhalt über die Länge des verbliebenen Darms geben
  • Bluttests, die Aufschluss über Ursachen einer möglichen Durchblutungsstörung des Darms geben können
  • bildgebende Untersuchungen (Ultraschall, Computertomographie und Kernspin), anhand derer die Durchblutungsverhältnisse am Darm und ggf. Operationsfolgen erkannt werden können

An der Behandlung von Patienten mit einem schweren Kurzdarmsyndrom sind in der Regel mehrere Ärzte und Berufsgruppen beteiligt (Hausarzt, Gastroenterologe, Home Care Service, Pflegedienst, Apotheke, Sanitätshaus usw.). Patienten haben die freie Wahl, mit welchem Home Care Service, mit welchem Pflegedienst  und mit welcher Apotheke sie zusammenarbeiten wollen. Unsererseits besteht eine aktive und erfolgreiche Kooperation mit der Koordinationsstelle Kurzdarmsyndrom und wir arbeiten selbstverständlich mit anderen Versorgern zusammen.

Behandlung

Je nach dem Ausmaß der Darmresektion und der Mangelsituation wählen wir verschiedene Behandlungsverfahren:

  • gezielte Diät oder Nahrungsergänzung mit Flüssigkeit und/oder Trinkzusatznahrung
  • vorübergehende oder permanente zusätzliche Ernährung über eine Sonde im Dünndarm, um z. B. während der Nacht kontinuierlich zusätzlich Nahrung zuzuführen
  • vorübergehende oder permanente intravenöse Ernährung und Flüssigkeitszufuhr. In dieser Technik haben wir umfangreiche Erfahrungen in der Zusammenstellung einer individuellen Ernährungstherapie
  • Katheter-bedingte Infektionen und Thrombosen sind die häufigste Komplikation der künstlichen Ernährung. Wir haben umfangreiche Erfahrung und definierte Vorgehensweisen für die Therapie und die Prophylaxe dieser Infektionen und versuchen im Regelfall den Katheter zu erhalten und nicht zu entfernen. Für diese Probleme stehen wir rund um die Uhr zur Verfügung.
  • wiederherstellende Chirurgie: Häufig sind Teile des Darms ausgeschaltet und stehen nicht für die Nahrungsaufnahme zur Verfügung. An der Universitätsmedizin Rostock besteht eine sehr enge Kooperation mit den Chirurgen, mit denen wir gemeinsam über den optimalen Operationszeitpunkt und die optimale medikamentöse und ernährungsmedizinische Therapie vor und nach einem solchen Eingriff beraten.
  • Darmtransplantation: Diese Möglichkeit steht in Rostock aktuell nicht zur Verfügung. Es bestehen aber umfangreiche Erfahrungen in der Betreuung von Patienten vor und nach einer Darmtransplantation. Die Voraussetzung für eine solche Operation ist, dass alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und es unter einer parenteralen Ernährung zu ernsthaften, wiederholten Komplikationen gekommen ist, wie zu Leberschäden, Thrombosen mehrerer Venen am Hals und am Brustkorb, wiederkehrenden Infektionen oder Blutvergiftung (Sepsis).

Wir haben für Sie eine Broschüre mit wichtigen Informationen zusammengestellt.

Zusammen mit den Kollegen unserer Chirurgie waren wir maßgeblich an der Entwicklung der Deutschen Leitlinie beteiligt. Unsere Diagnostik und Therapie sind an der aktuellen deutschen Leitlinie und der aktuellen europäischen Leitlinie ausgerichtet.

Wissenschaftliche Aktivität

  • Wir nehmen an verschiedenen Studien zur medikamentösen Behandlung des Darmversagens teil.
  • Wir dokumentieren und analysieren den Verlauf unserer Patienten, um Rückschlüsse auf die optimale Behandlung unter Alltagsbedingungen zu gewinnen.
  • Unsere grundlagenwissenschaftliche und translationale Forschung beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Kurzdarmsyndrom und dem Darmversagen. In diesem Zusammenhang werden unsere Projekte von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, vom Europäischen Sozialfonds und dem Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert.

Mehr über unsere wissenschaftliche Aktivität finden Sie hier.

Veröffentlichungen

 

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen werden Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und chronische Pouchitis gerechnet sowie im weiteren Sinne auch die mikroskopische Colitis und die seltene eosinophile Gastroenteritis.

Bei den meisten Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa besteht ein schubartiger Verlauf mit Phasen vermehrter Krankheitsaktivität und Phasen ohne oder mit geringer Krankheitsaktivität. Häufig verwendete medikamentöse Therapien sind 5-ASA-Präparate, Kortison und Budenosid, Azathioprin und 6-Mercaptopurin, Methotrexat und die TNFα blockierenden Antikörper. Eine ganze Reihe weiterer Medikamente befinden sich in der Entwicklung und stehen teilweise in klinischen Studien zur Verfügung.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind durch das relativ häufige Auftreten von entzündlichen Begleiterkrankungen (extraintestinale Manifestationen) an Gelenken, Haut und Augen gekennzeichnet. Daneben gilt es auch, eine durch die Erkrankung oder die medikamentöse Therapie bedingte Blutarmut (Anämie) oder Osteoporose zu behandeln. 

Für die Diagnose und die Verlaufseinschätzung spielen die Krankengeschichte und der körperliche Untersuchungsbefund eine Rolle sowie weitere Ergebnisse aus Labordiagnostik, Ultraschall, Dickdarm- und Magenspiegelung, Ballonenteroskopie, Kapselendoskopie sowie Radiologie (Computertomographie,  Kernspintomographie). Sämtliche dieser Verfahren werden an der Universitätsmedizin Rostock angeboten. 

Die meisten Patienten können langfristig ambulant betreut werden. Bei schweren Schüben oder Komplikationen ist gelegentlich die stationäre Behandlung notwendig.

Bei der Behandlung kommen unterschiedliche Medikamente zur Anwendung. Komplikationen werden ggf. in der Zusammenarbeit mit den Chirurgen behandelt. Hinsichtlich der Komplikationen ist zu beachten, dass trotz optimaler Therapie viele Patienten im Laufe ihrer Krankheit einer Operation bedürfen. 

Sowohl Morbus Crohn als auch Colitis ulcerosa sind Krankheiten, die meist junge Erwachsene treffen. Insofern spielen Aspekte wie berufliche Tätigkeit, Lebensplanung, Sexualität und Familienplanung eine große Rolle für unsere Patienten. Dessen sind wir uns bewusst und lassen es in unsere medizinischen Überlegungen einfließen. Besonders während der Schwangerschaft und Stillzeit bestehen umfangreiche Erfahrungen in der Betreuung von Patientinnen sowie eine Kooperation mit der Universitätsfrauenklinik. Darüber hinaus arbeiten wir mit der Kinderwunschsprechstunde zusanmmen, da die Fertilität (Fruchtbarkeit) bei Frauen, die im Unterbauch operiert worden sind, vermindert sein kann.

Gelegentlich ergibt sich die Notwendigkeit einen Rheumaspezilisten hinzuzuziehen. Hier arbeiten wir mit der Rheumatologie des Südstadtklinikums (Prof. Dr. Kneitz) zusammen.

Schließlich nehmen wir an Studien zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen teil.

Links:

Wir arbeiten eng mit den Patientenselbsthilfegruppen, der DCCV und der ILCO zusammen. Zusammen mit der DCCV veranstalten wir regelmäßig Arzt-Patienten-Seminare.